Alle Artikel veröffentlicht in ‘Typografie

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3 wirklich hilfreiche Inspirations-Seiten

Bei der Suche nach Inspiration und Ideen im Internet verliert man entweder den Überblick, oder man findet die gleichen Ideen immer und immer wieder. Die riesige Anzahl an Seiten macht es schwer, jene Quellen herauszufiltern, die regelmäßig spannende und lehrreiche Inhalte liefern. Meine laufenden „Begleiter“ sind:

colossal

Colossal ist ein Blog der immer wieder ungewöhnliche, faszinierende Themen aufgreift. Die Seite berichtet über Kunst, Design, Fotografie sowie visuelle Aspekte wissenschaftlicher Arbeit.
www.thisiscolossal.com

typowolf

Der Blog von Jeremiah Shoaf hat den Anspruch, alles was man zu Typografie im Internet wissen soll, zusammenzutragen. Die Seite zeigt eindrucksvoll, wie spannend Typografie im Internet sein kann.
www.typewolf.com

Medium

Mit Medium wurde von Twitter-Gründer Evan Williams eine Blog-Plattform geschaffen. Im Gegensatz zu Twitter fordert Medium von seinen Benutzern längere Texte zu schreiben und zu lesen. Wikipedia bezeichnet die Plattform als „Social journalism“, da sowohl professionelle als auch Amateur-Journalisten Beiträge veröffentlichen.
medium.com

Foto: Marion Lindert blättert in einem Buch
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Warum sind manche Schriften so teuer?

Immer wieder passiert es, dass ein Kunde eine bestimmte Schriftart einsetzen möchte und dann erfährt, dass die Lizenz dafür einiges an Geld kostet. Doch warum kosten Schriften Geld und warum manche sogar sehr viel davon? Hier ist eine unvollständige Auflistung an Gründen:

  • Es steckt sehr viel Entwicklungsarbeit in einer Schriften, manchmal wird an einer Schrift sogar über Jahre gefeilt damit das Ergebnis sowohl optisch ansprechend als auch professionell nutzbar ist.
  • Für viele Schriftentwicklungen ist eine umfangreiche historische Kompetenz notwendig.
  • Die Buchstaben sind bis ins letzte Detail durchdacht und aneinander angepasst.
  • Der Schriftsatz enthält viele Sonderzeichen oder sonstige spezielle Zeichen, wie zum Beispiel Ligaturen, besonders schön ausgestaltete Initialen oder nichtlateinische Zeichen. Dabei können schnell mehrere Hundert verschiedene Zeichen für einen einzigen Schriftsatz zusammenkommen.
  • Jeder einzelne Schriftschnitt (normal, fett, kursiv, und viele andere) hat eine bestimmte Strichstärke, Lage, beziehungsweise Laufweite. Die einzelnen Schriftschnitte sind optimal aufeinander abgestimmt.
  • Es gibt Schriften die in eine ganze Schriftsippe eingeliedert sind und bestens miteinander harmonieren. Eine solche Schriftsippe besteht aus mehreren Schriftfamilien die im Charakter ähnlich sind, sich jedoch von der Form her unterschieden.
  • Gut gemachte Schriften besitzen für alle einzelnen Buchstabenpaare einen Ausgleich (siehe Kerning).
  • Schriften sind ein Marketingtool um zum Beispiel Exklusivität zu erzeugen. Sehr teure Schriften sieht man nur selten und sie wirken deswegen besonders exklusiv.
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Kerning ausprobieren?

Kerning bedeutet, den Abstand zwischen Zeichen (Buchstaben, Ziffern, etc.) optisch auszugleichen, so dass er gleichmäßiger erscheint und angenehmer anzusehen ist. Für einen Fließtext sind die Einstellungen aus Programmen wie InDesign meistens ausreichend. Voraussetzung dafür ist, dass eine Schriftart verwendet wird, in der die Informationen zu Kerning-Paaren bereits hinterlegt sind.

Unabhängig von der Schrift ist für Überschriften oder Logos ein manueller Ausgleich dennoch meist notwendig. Obwohl in vielen Fällen ein ungeübter Betrachter den Unterschied kaum merken wird, wirkt ein optisch ausgerichtetes Bild immer ruhiger und aufgeräumter.

Jeder der selbst einmal ausprobieren will wie sehr Kerning das Schriftbild verändert, klickt auf diesen Link: type.method.ac

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Δίσκος της Φαιστού

Symbole und Zeichen haben etwas Faszinierendes, mit wenigen Linien erzählen sie ganze Geschichten. Auch in der Logogestaltung bauen wir darauf auf und versuchen, alle Charakteristiken in einem einzigen Bild unterzubringen.

Die Herausforderung dabei ist, dass das Logo einfach und gleichzeitig umfassend verständlich ist. Je nach Kultur und Sprache ändern sich jedoch die Bedeutungen – wir brauchen nur an chinesische oder arabische Schriftzeichen denken und verstehen gar nichts mehr.

Foto: Diskos von Phaistos

Der Diskos von Phaistos ist ein Beispiel, wie stark diese Unterschiede bereits in vergangenen Zeiten waren. Gefunden auf Kreta wird er im archäologischen Museum in Heraklion ausgestellt. Die Scheibe mit ca. 16cm Durchmesser ist etwa 3500 Jahre alt und konnte trotz aller Bemühungen nicht interpretiert werden. Zur gleichen Zeit wurde auf Kreta auch die Schrift Linear B verwendet, welche bereits in den 1950er Jahren vollständig entziffert wurde.

Ob die Zeichen vom Diskos von Phaistos für die Gelehrten von damals verständlich waren, bleibt ein Rätsel. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch gering.

Übrigens gilt der Diskos vermutlich als erstes Druckerzeugnis mit beweglichen Lettern, also noch weit vor Gutenberg.

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Auf den Spuren der Glagoliza

Urkunde für die Entdeckung aller Buchstaben der Schrift "Glagoliza" in Baska, Kroatien. (in glagolithischer Schrift)

Die glagolithische Schrift, oder auch Glagoliza, ist die älteste slawische Schrift. Bei Baška auf der Insel Krk wurde eine Steintafel gefunden, die die älteste derartige Inschrift in kroatischer Sprache enthält. Zur Erinnerung an dieses kulturelle Erbe wurde der Glagolitische Pfad von Baška errichtet. Quer durch den ganzen wunderschönen Touristenort am Meer finden sich Buchstaben als Steindenkmäler.

Foto: In der Wiese ist ein Stein, der eine Tafel mit einem Buchstaben enthält. Mit einem Bleistift pause ich diesen Buchstaben auf Papier durch.

Was tut eine Buchstabenbesesse also im Urlaub? Buchstaben finden. Wir holten uns den „Sammelpass“ und machten uns auf den Weg. Die Suche war spannend und hat uns an Plätze gebracht, die wir noch gar nicht gekannt haben. Die wunderschönen Steindenkmäler waren bis zu 7m groß und gut erklärt. Denn auf daneben stehenden Sockeln befanden sich nochmals der Buchstabe selbst, die Bezeichnung des Buchstabens, die lateinische Übersetzung und eine Inschrift in Braille. Außerdem wurde der jeweilige Buchstaben-Sponsor geehrt. 

Als ich dann schließlich alle 34 Buchstaben in das Heft abgepaust habe, wurde mir die oben abgebildete Urkunde ausgestellt.