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Geschafft! Bin nun „Certified WebAccessibility Expert“

Zertifikat als Experte für barrierefreies Internet

An mehreren intensiven Kurstagen im Jänner habe ich die Grundlagen für barrierefreies Internet gelernt.

Zu den Inhalten zählten unter anderem:

  • Design for All: Barrierefreiheit „Warum“
  • Richtlinien und Anforderungen / Akteure und Prozesse: Barrierefreiheit normiert und umsetzbar
  • Barrierefreie Inhalte
  • Technik: HTML, CSS, …
  • Zugängliche Inhalte über Multimedia im Web
  • Autorenwerkzeuge und Benutzeragenten / sonstige Richtlinien
  • Usability Engineering

Eine Menge für die kurze Zeit doch unsere Trainer konnten alles sehr schlüssig und eingängig vermitteln.

Für die Zertifizierung musste ich dann zwei Kundenprojekte vorlegen, die den internationalen Richtlinien für barrierefreies Internet entsprechen. Die Umsetzung der Projekte war ziemlich aufschlussreich, manchmal aber auch verwirrend da ich mir anfangs nicht immer sicher war, wann wo wie welche Techniken anzuwenden sind. Da ich gerne tüftle habe ich mich reingehängt und unglaublich viel dabei gelernt.

Zu meiner Freude wurden beiden Projekte auf Anhieb akzeptiert. So durfte ich zum Fachgespräch antreten bei dem ich mein theoretisches Wissen über barrierefreies Internet beweisen musste.  Da auch das gut gegangen ist, darf ich mich nun „Certified Webaccessibility Expert“ nennen.

Natürlich bleibe ich am Laufenden und werde weiter daran arbeiten mir für diesen Bereich Wissen und Erfahrung anzusammeln. Denn je benutzerfreundlicher und barrierefreier digitale Anwendungen sind, umso erfolgreicher sind sie. Ganz davon abgesehen: es macht viel Freude sich in verschiedenartigste Benutzer hineinzuversetzen und ein entsprechendes Konzept zu entwickeln, das für alle bedienbar ist.

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Was ist barrierefreies Internet überhaupt?

Leider ist der Begriff „barrierefrei“ ziemlich unglücklich gewählt. Zunächst hört man „Barriere“ und ist bereits in negativer Stimmung. Das „frei“ danach macht es auch nicht besser, denn oft assoziiert man dies mit dem großen Aufwand den es braucht um die Barrieren wieder aus dem Weg zu schaffen. Es ist nachvollziehbar, dass viele Webseitenbetreiber daher sofort gedanklich abschalten und sich über die neuen Schikanen durch den Gesetzgeber ärgern.

Stopp: Der englische Begriff Web Accessibility beschreibt wesentlich besser was es damit auf sich hat. Accessibility bedeutet Zugänglichkeit und zwar,

  • dass jeder Benutzer,
  • unabhängig von der Art der Bedienung,
  • auf die gleichen Inhalte im Internet

Zugang hat. Das heißt: Egal ob sich der Benutzer die Webseite ganz normal ansehen kann, oder ob er mit dem Mobiltelefon surft, oder ob er sich gerade die Hände gebrochen hat und nur mit der Tastatur navigieren kann, oder ob er blind ist und sich die Seite von einem Programm vorlesen lässt, oder… – er erhält immer die gleichen Inhalte.

Im besten Fall geht es auch gar nicht darum, Barrieren mühsam aus dem Weg zu räumen, sondern viel mehr, auf diese Barrieren von Anfang an zu verzichten. „Barrierefrei“ ist im Internet also viel wirtschaftlicher als man vermutet. Eine barrierefreie Webseite ist meist nur geringfügig aufwändiger als die Erstellung einer herkömmlichen Webseite und bringt dafür wesentlich mehr zufriedene Besucher.